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Fundstücke

Fundstück Nr. 22:  Buchtipp

Edwin Hoffmann 2020: Interkulturelle Gesprächsführung. Menschen begegnen einander,
nicht Kulturen. Springer. Essentials.

Sie hören in unseren AMIKO-Seminaren oft den Satz „Wir pflegen keine Kulturen, sondern Menschen“ – diese Haltung vertritt auch der niederländische Forscher und Berater Edwin Hoffmann.

Bereits 2015 veröffentlichte er ein umfassendes Werk zur interkulturellen Gesprächsführung, in der er das von ihm entwickelte TOPOI Modell vorstellt. Dieses ist überwiegend auf der Basis der Axiome von Watzlawick entwickelt und bildet kommunikatives Handeln in Situationen ab, die durch kulturelle Unterschiede zwischen den Akteur*innen und durch Fremdheitserfahrungen geprägt sind. War die Publikation von 2015 insbesondere durch die ausführliche theoretische Fundierung und die – sehr empfehlenswerte – kritische Auseinandersetzung mit etablierten Erklärungsansätzen von Kultur eher an die Fachwelt gerichtet, so komprimiert das gerade erschienene, knapp 50 Seiten umfassende Büchlein die wesentlichen Punkte des Modells, versehen mit sehr vielen praktischen Beispielen. Uns hat das umfassende Wissen des Autors und seine empat
hische und wertschätzende Sprache sehr überzeugt!

E.Hoffmann Interkulturelle Gesprächsführung

Fundstück Nr. 21:  Was die Ethnologie zu Epidemien zu sagen hat

Die Ethnologie beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Gesellschaften mit Epidemien umgehen. „Corona ist ja nicht die erste Epidemie, es gab zuvor die Vogelgrippe, die Schweinegrippe, EHEC, Ebola“, sagt der Medizinethnologe Prof. Hansjörg Dilger der FU Berlin. In einem Interview mit ZEIT ONLINE erklärt er, was wir aus den Erfahrungen früherer Epidemien lernen können und wie sich wiederholende Muster – etwa das Auftauchen von Verschwörungstheorien – aufdecken lassen. Er warnt vor Kulturalisierungen und will den Umgang mit Epidemien auch im Zusammenhang mit dem Handeln der jeweiligen Staatsregierungen verstanden wissen.

Lesen Sie das Interview unter https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-03/hansjoerg-dilger-coronavirus-kulturelle-unterschiede/komplettansicht

Des Weiteren führt die AG Medical Anthropolog einen Blog unter #WitnessingCorona. Die internationalen Beiträge umfassen theoretische oder ethnographische Artikel zur Corona Pandemie, aber auch persönliche Reflexionen in Form eines „Denk-Stücks“. Sie finden Sie unter https://www.medizinethnologie.net/2020/04/

Bitte bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch die Corona-Zeit.

Fundstück Nr. 20:  Krankheit und Gesundheit - Besuch beim Knochenheiler

Ein Erfahrungsbericht von Klaus Fuhrmann aus dem AMIKO-Team

Vier Wochen vor unserem Indonesienurlaub bricht sich mein Sohn den Arm. Der Kontrolltermin, an dem sich entscheidet, ob der Gips abkommt und wir gemeinsam nach Indonesien fliegen können, ist einen Tag vor Abflug – kritisch …

Dann die erleichternde Nachricht: Der Gips ist ab und der Arm muss nicht noch operiert werden. Allerdings muss, so die Ärztin, eine intensive Physiotherapie erfolgen. Das gestaltet sich aber erst einmal schwierig. Physiotherapeut*innen sind selten in Indonesien und haben lange Wartelisten. Ich mache mich selbst auf die Suche. So bekomme ich die Adresse von Mas Udin, einem traditionellen Knochenheiler. Einen Versuch ist es wert.

Wir kommen ins Gespräch (ich spreche Indonesisch): Seine Arbeit als Knochenheiler, so Mas Udin, mache er schon in der achten Generation. Dazu gehöre nicht nur das überlieferte Wissen, sondern auch spirituelle Kraft. Immer wieder besuche er daher Heiligenschreine und bete in Nächten auf Freitag an der Südküste, um dort in Verbindung mit Ratu Kidul, der mystischen Göttin des Südmeeres zu treten. Ein Bild von ihr ist an der Wand zu sehen. Daneben eine Urkunde, für treue Dienste, verfasst vom Sultanshof in Yogyakarta.

Nach einer halben Stunde frage ich ihn vorsichtig, wann er seine Behandlung beginnen wolle. Mas Udin ist überrascht – die habe er doch schon vor unserem Gespräch durchgeführt!Tom Heiler Indonesien52

Mein Sohn wird mir später erzählen, dass er bei dieser Berührung plötzlich eine durchdringende Wärme im Arm spürte.

Wir verabschieden uns. Mas Udin dreht sich um und ich lege, wie üblich, einen Geldschein in die dafür vorgesehene Schublade. Traditionelle Heiler nehmen hier keinen festen Betrag für ihre Dienste. Die Bezahlung muss von Herzen kommen. Wir machen noch ein Foto und gehen.

Die Beweglichkeit des Armes hat sich am nächsten Tag deutlich verbessert – zu einem westlich ausgebildeten Physiotherapeuten sind wir dann aber doch noch gegangen. Sicher ist sicher…

Fundstück Nr. 19:  Menschen – keine Zahlen

Einblicke in das Leben von Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland (Fotoband)

Seit 2015 erfährt das Thema Fluchtmigration in Deutschland sehr viel Aufmerksamkeit. Im öffentlichen Diskurs und in den Medien wurde das Thema der „Willkommenskultur“ mittlerweile abgelöst durch die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Potentialen der Integration. Gleichzeitig wird es mitgeprägt durch zahlreiche Negativschlagzeilen und darauf aufbauende rechtspopulistische und rassistische Polemik. Natürlich beschäftigen wir uns mit diesen Entwicklungen auch intensiv in unseren AMIKO-Seminaren, in denen wir den lebensweltlichen Ansatz von Kultur in den Fokus rücken. Genau dieser Ansatz ist das zentrale Anliegen des Fotobandes, dessen Lektüre wir hier gerne weiterempfehlen. Er bietet Einsichten und Einblicke in die Lebenswelt von Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland. Dabei sind die Geschichten so unterschiedlich wie die Geflüchteten selbst, denn »den Flüchtling« gibt es nicht. Mit eindrucksvollen Fotos und kurzen, informativen Texten kommen die Menschen selbst zu Wort und interkulturelle Begegnungen werden möglich. Uns hat das Buch berührt!

Menschen keine Zahlen

 

 

Sie können das kostenfreie Exemplar der
Bertelsmann-Stiftung hier herunterladen

Fundstück Nr. 18:  Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz

Ziemlich genau vor einem Jahr wurde der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz verabschiedet mit dem Ziel, Menschen in Deutschland zu unterstützen, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, einzuschätzen und anzuwenden. Ausgangslage für die Erstellung eines Aktionsplanes war eine repräsentative Studie, die zeigt, dass über 54% der Bevölkerung in Deutschland Schwierigkeiten im Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen hat. Betrachtet man die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund separat, sind es sogar 70%. Die Initiatoren des Nationalen Aktionsplans betonen, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die Gesundheitskompetenz zu stärken. AMIKO begrüßt den Nationalen Aktionsplan. Sie auch? Informationen zu Handlungsfeldern und den 15 Empfehlungen sowie zu Tagungen und Literatur finden Sie hier:

https://www.nap-gesundheitskompetenz.de

Wollen Sie sich vernetzen und an der Umsetzung der entwickelten Strategien beteiligen oder kennen Sie ein Good Practice Beispiel, dann wenden Sie sich bitte an die Nationale Koordinierungsstelle Gesundheitskompetenz19px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 17:  Wertschätzung - Es braucht nicht viel

Das Jahr mit Energie und Kraft starten! Dazu möchten wir Ihnen heute eine relativ einfache und sehr effektive Übung zur Wertschätzung eines anderen Menschen vorstellen. Sie nennt sich „Stärken-Bombardement“. Eine Person steht dabei im Mittelpunkt, die anderen geben ihr Rückmeldung darüber, welche Stärken und Potentiale sie an ihr sehen. Dies darf kreativ, lebendig und vielfältig sein. Dann wird gewechselt, bis jede Person an der Reihe war.

Wie uns die Seminarteilnehmenden aus der Praxis berichten, geht die Wertschätzung in dieser Form „runter wie Öl“. Die Übung setzt enorme Kräfte frei, berührt emotional und wirkt motivierend. Darüber hinaus stärkt sie die Fähigkeit zum positiven Feedback und lässt eigene Ressourcen erkennen. Sie eignet sich gut für einen positiven Abschluss eines mehrtägigen Seminars oder für Teams im Berufsalltag. Probieren Sie es mal aus, es tut so gut!

Quelle: Herbert Gudjons (2003): Spielbuch der Interaktionserziehung. 185 Spiele und Übungen zum Gruppentraining in Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. 7. Auflage. Klinkhardt: Bad Heilbrunn.

Fundstück Nr. 16:  Dokumentarfilm „Just a normal Girl“

Gerade hat dieser Film den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2018 in der Kategorie Amateur gewonnen. Er thematisiert Mädchenbeschneidung und Flucht und erzählt die Geschichte von Vanessa, die in Nigeria beschnitten und zwangsverheiratet werden soll. Ihre kämpferische Mutter flieht mit ihr und ihrem Bruder und sie kommen schließlich nach Deutschland. Hier will sie nun endlich ein ganz normaler Teenager sein. In dem Film berichtet Vanessa in einer besonders aufgeweckten und kraftvollen Art von ihren Erlebnissen und zeigt sich als reflektiertes, fröhliches und mutiges Mädchen.

Das Medienprojekt Wuppertal konzipiert und realisiert seit 1992 erfolgreich Modellprojekte aktiver Jugendvideoarbeit unter dem Motto »das bestmögliche Video für das größtmögliche Publikum«. Ein Blick in die Videokataloge lohnt sich: Man findet zu vielen aktuellen Themen sehr gute Beiträge, die stets die Sicht von Jugendlichen aufgreifen und sich kritisch beispielsweise mit Flucht, Migration, Islam, Sexualität und vielem mehr auseinandersetzen.

https://www.medienprojekt-wuppertal.de/home19px VisualEditor Icon External link formatiert
https://www.menschenrechts-filmpreis.de/preistraeger/preistraeger-2018/19px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 15:  „Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum Umgang mit Vielfalt in der Praxis“

Vielfalt in der Praxis – Patienten mit Migrationshintergrund:
Infos zur Gesundheitskompetenz und Tipps für die Kommunikation

Die Inhalte dieser empfehlenswerten Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gehen weit über den Titel hinaus: Abschnitte über Patientenstärkung, Rollenbilder, Scham, Nähe/Distanz, Genderrollen, sowie rechtliche Grundlagen der Behandlung enthalten viele praktische Tipps, die für Mitarbeitende von Arztpraxen und aus der Psychotherapie von erheblicher Relevanz sind. Hinzu kommen einprägsame Schilderungen von Best-Practice Beispielen und eine gute Linksammlung zu weiterführenden Informationen.

Die Broschüre ist kostenfrei bestellbar unter:   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!19px VisualEditor Icon External link formatiert
Eine pdf-Version findet sich unter:
http://www.kbv.de/media/sp/PraxisWissen_Vielfalt_Webversion.pdf19px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 14:  „Krankheit als Werturteil“

In vielen unserer Vorträge, Workshops und Seminare thematisieren wir das Verständnis von Gesundheit und Krankheit aus kulturvergleichender Perspektive. Ebenso wie Kultur im Allgemeinen unterliegt auch das Medizinsystem mit seinen Begrifflichkeiten historischen und gesellschaftlichen Kontextbedingungen und damit kulturellem Wandel. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang auf den lesenswerten Artikel „Krankheit als Werturteil“ aus der Zeitschrift APuZ der Bundeszentrale für politische Bildung, Jg. 68, 24/2018, aufmerksam machen. Die Autoren Fritz Dross und Nadine Metzger nehmen die Leser*innen mit auf eine kurze, aber spannende Reise in die Geschichte des Krankheitsbegriffs in Deutschland und arbeiten dabei die Deutungsmacht der Medizin in Bezug auf Norm- und Idealvorstellungen unserer Gesellschaft heraus.

Es lohnt sich also immer wieder aufs Neue zu reflektieren, welche gesellschaftlichen Konzepte sich hinter den Kategorien „gesund“ und „krank“ verbergen.

Sie finden den Artikel unter: http://www.bpb.de/apuz/270305/krankheit-als-werturteil-eine-kleine-geschichte-des-umgangs-mit-krankheit-und-kranken?p=all19px VisualEditor Icon External link formatiert

Viel Spaß beim Lesen!

Fundstück Nr. 13: „Ich möchte, dass Ihr mein Leben kennen lernt“

Auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Aufklärung (bpb) wird das Projekt „Life in the border“ des kurdisch-iranischen Regisseurs Bahman Ghobad vorgestellt: Sieben Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren zeigen jeweils in einem Kurzfilm ihr Leben in einem Flüchtlingscamp im Norden Syriens und des Irak. Sie haben selbst die Drehbücher verfasst und standen vor und hinter der Kamera. Da sehen wir zum Beispiel Birhat, der sich um seine Großmutter und seine kleine Schwester kümmert. Ihre Eltern sind vom IS verschleppt worden. Birhat weiß nicht, warum seine Schwester seit der Gefangenschaft nicht mehr spricht, aber er versucht, sie aufzuheitern. Oder da ist Besameh: Sie hat ihre linke Hand bei der Explosion einer Landmine verloren. Jetzt will sie Filmemacherin werden und über die Verfolgung von jesidischen Mädchen und Frauen durch den IS berichten.

Die ergreifenden, kurzen Szenen konfrontieren damit, wie es ist, aus seiner Heimat vertrieben worden zu sein, vielleicht getrennt von den Eltern in einem Flüchtlingslager zu wohnen und viel Schlimmes erlebt zu haben. Und dennoch: Auch hier geht das Leben für die jungen Menschen weiter mit ihren Träumen und Hoffnungen.

Neben der Filmbesprechung, einem Interview mit dem Regisseur Bahman Ghobad und der Übersicht der Mitwirkenden finden Sie auch unter folgendem Link Arbeitsblätter für Lehrende, zum Beispiel über Krankheit, Verlust und Tod oder über die religiöse Minderheit der Jesiden.

http://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/filmbildung/258675/life-on-the-border?pk_campaign=nl2018-04-18&pk_kwd=25867519px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 12: „Deutsche“ Gesichtsausdrücke

Methodische Anleitungen zur Selbstreflexion spielen in unseren Trainings und Fortbildungen eine wichtige Rolle. Ein überaus amüsanter Einstieg für unsere Teilnehmenden in das Thema der nonverbalen Kommunikation sind spezielle „deutsche“ Gesichtsausdrücke. Eine kleine Auswahl mit Erklärungen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Welle:

http://www.dw.com/en/7-videos-of-german-facial-expressions-that-need-explaining/a-1916504119px VisualEditor Icon External link formatiert

Viel Vergnügen!

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AMIKO

Institut für Migration, Kultur und Gesundheit
Freiburg - Berlin - Aachen - Bonn

 

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