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Fundstücke

Fundstück Nr. 28 - Eine Essaysammlung aus migrantischer Perspektive auf Gesundheit und Gesundheitsversorgung in Deutschland

Wir möchten Sie gerne auf den neu erschienenen Sammelband aufmerksam machen: „Mehr als ein Viertel – Migrantische Perspektiven auf Gesundheit und Gesundheitsversorgung in Deutschland".

Mehr als ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen hat eine Migrationserfahrung und ist im Gesundheitswesen als Patient*in, Angehörige oder Fachkraft präsent. Diese Essaysammlung vereint vielfältige Perspektiven von denjenigen, die versorgen und versorgt werden. Sie zeigt auf, wie Menschen sich in einem System bewegen, dessen Regeln, Routinen und Begriffe mitunter große Abweichungen zu ihren vertrauten Systemen aufweisen. Es geht um Erwartungen und Kommunikation, strukturelle Barrieren und Zuschreibungen und wie sich diese auf Zugänge zur Gesundheitsversorgung auswirken.

Das Buch entstand im Rahmen eines partizipativen Forschungsprojekts, das von der Deutschen Krebshilfe gefördert wurde und sich mit kultursensiblen Gesundheitsinformationen für Menschen mit Migrationserfahrung beschäftigte. Drei Co-Forschende waren eng in den Forschungsprozess eingebunden. Im Laufe dieser Zusammenarbeit äußerten die Co-Forschenden den Wunsch, die gewonnenen Erkenntnisse über wissenschaftliche Fachpublikationen hinaus zugänglich zu machen, in einer Form, die viele unterschiedliche Perspektiven für ein breites Publikum sichtbar macht. Aus diesem Wunsch heraus entstand die Idee zu diesem Sammelband. Neben den Co-Forschenden haben Patient*innen, Ärzt*innen, Sprachmittler*innen und Wissenschaftler*innen mit Migrationsgeschichte mitgeschrieben, die allesamt an verschiedenen Stellen im Forschungsprojekt teilgenommen haben. Die Autor*innen berichten in kurzen Beiträgen sehr persönlich über Gesundheit und ihre Erfahrungen im deutschen Gesundheitssystem.

Das E-Book ist als Open Access kostenlos verfügbar. Ausgewählte Kapitel gibt es zudem auf Englisch, Paschto, Farsi, Arabisch und Türkisch, ebenfalls kostenfrei zum Download. Das gedruckte und digitale Buch auf Deutsch ist beim Beltz Juventa Verlag erhältlich.

 

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Fundstück Nr. 27 - Ein Fundstück aus dem Bücherregal:
Lena Gorelik: „Wer wir sind“

„Wir“, das sind sie, Lena und ihre Familie, insbesondere die Eltern. Es ist ihre Geschichte, die Geschichte von dem kleinen Mädchen, das Anfang der 90er-Jahre aus Russland nach Deutschland kommt, mit den Eltern und neun Koffern, aber ohne die Großeltern, die weiteren Verwandten und ohne den Hund. Sie leben zunächst in einem Übergangswohnheim am Rande einer süddeutschen Großstadt – jüdisch, russisch, voller Erwartungen und etwas bange. Der Start fällt erwartungsgemäß nicht leicht: Das Kind ist zu klug für seine Mitschüler*innen, die Locken zu schwarz und ihr Zuhause nicht geeignet für Besuch. Wesentlich weniger ist schon genug, um ausgeschlossen zu werden. Jüdisch zu sein, das war schon in Russland ein Grund für Ausgrenzung, beruflich für die Eltern, beim Spielen für Lena.

Aber über dem allem, über der Geschichte der Migration, des Jüdischseins, der Kindheit im Übergangswohnheim liegen die Dinge, die auch für alle anderen Kinder bedeutsam sind, wo immer sie herkommen oder groß werden: das Sozialgefüge in der Peer Group, die Anerkennung der Gleichaltrigen – und das Entwachsen aus dem Elternhaus, das Sich-Entfernen von den Eltern, das schmerzlich abnehmende gegenseitige Verständnis.

Lena Gorelik teilt mit den Leser*innen ihre persönliche Geschichte des Abschieds und des Neuanfangs und erzählt dabei in einer sehr poetischen Sprache auch eine politische Geschichte der Migration. Lena Gorelik schreibt auf Deutsch – der Sprache, die sie als Zehnjährige gelernt hat. Und sie ist unseres Wissens die Erste, die den Gender Stern in die Belletristik eingeführt hat. „Irgendwer muss ja mal damit anfangen!“, sagt sie.

 

L.Gorelik Wer wir sind

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Fundstück Nr. 26:  Gesundheitskompetenz bei Menschen mit Migrationshintergrund fördern

Eine geringe Gesundheitskompetenz ist folgenreich: Die Menschen verhalten sich ungesünder und schätzen ihre Gesundheit schlechter ein. Zudem nutzen sie das Gesundheitssystem intensiver, indem sie z.B. die Notfalldienste häufiger aufsuchen.

Der am 17.01.2022 erschienene Bericht zur Gesundheitskompetenz von Menschen mit ex-sowjetischem und türkischem Migrationshintergrund zeigt einmal mehr, dass ein Teil dieser Bevölkerungsgruppen spezifische Unterstützung im Umgang mit Gesundheitsinformationen bedarf. Er unterstreicht aber auch, dass Menschen mit Migrationshintergrund mit Blick auf ihre Gesundheitskompetenz nicht pauschal als vulnerable Gruppe bezeichnet werden können, sondern differenziert zu betrachten sind.

Lesen Sie hier diesen aktuellen Bericht des Interdisziplinären Zentrums für Gesundheitskompetenzforschung der Universität Bielefeld. Er beginnt mit einer Zusammenfassung und den wichtigsten Ergebnissen im Überblick. Bei Fragen zu Seminaren und Workshops zum Thema „Gesundheitskompetenz“ steht Ihnen unsere Kollegin Yvonne Adam gerne zur Verfügung.

Studie HLS MIG Gesundheitskompetenz Jan.2022

 

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Fundstück Nr. 25:  Humor als Brückenbauer

Unsere heutige Gesellschaft zeichnet sich durch eine zunehmende Diversität aus und die Auseinandersetzung mit interkulturellen Missverständnissen fordert uns immer wieder aufs Neue heraus. Hier kann Humor eine unterstützende Funktion einnehmen, indem er uns hilft, mögliche Unsicherheiten und Ängste vor „Fremdem“ in Neugierde zu verwandeln und damit die Voraussetzungen für einen Perspektivenwechsel zu schaffen.

Anknüpfend an unser vorletztes Fundstück zum Thema „Humor in der Pflege“ möchten wir Sie heute auf einen Vortrag (TEDx Talks) von Piotr Pluta mit dem Titel „Intercultural guide to humor (at home and abroad)“ aufmerksam machen, der anhand zahlreicher praktischer Beispiele sehr anschaulich die Rolle von Humor als Brückenbauer in der interkulturellen Verständigung verdeutlicht.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Zuhören!

 

 

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Fundstück Nr. 24: Gesundheitsinformation verstehen und anwenden können

Die Corona-Pandemie zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, verständliche Gesundheitsinformation zu erhalten, um für uns selbst und unsere Angehörigen gesundheitsbezogene Entscheidungen treffen zu können. Unter dem Stichwort „Gesundheitskompetenz“ sammeln sich Studien und Initiativen, die Lage für die deutsche Bevölkerung zu verbessern – wir haben Ihnen im Fundstück 18 den Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz vorgestellt. Heute wollen wir Sie auf die im Februar erschienene Folgestudie zur Gesundheitskompetenz in Deutschland hinweisen, die auch einen Vergleich der Gesundheitskompetenz vor und während der Corona-Pandemie enthält.

Zudem hat unsere Kollegin Yvonne Adam an einem Bericht zur Gesundheitskompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund mitgewirkt. Darin zeigt sich, dass türkisch- und russischsprachige Frauen der mittleren Generation sehr versiert sind im Umgang mit Gesundheitsinformation und nicht zuletzt durch ihre doppelte Sprachkompetenz Angehörige im Gesundheitsverhalten und in der Entscheidungsfindung unterstützen. Eine Förderung ihrer Mittlerinnen-Funktion kann die Gesundheitskompetenz der ganzen Familie stärken.

Bericht Studie Gesundheitskompetenz HurrelmannBericht Studie Gesundheitskompetenz YA

 

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Fundstück Nr. 23:  Pflege Deinen Humor

Vor allem im fordernden Pflegealltag ist eine (selbst-)wertschätzende soziale Humorkultur sehr von Vorteil. Sie stärkt Bewohner*innen, Patient*innen und Kolleg*innen, schenkt Zuversicht und Energie in schwierigen Zeiten und Situationen. Keine Bange, liebe Leser*innen: Eine humorvolle Grundhaltung ist erlernbar! Kultivieren Sie eine spielerische Haltung in der Pflege. Einen erprobten Praxistipp, den wir von einer Teilnehmerin unseres Humorkurses an Sie weitergeben wollen, geht wie folgt: Überkleben sie die Etiketten der Getränkeflaschen mit „Gesundheit“, „Liebe“ und „Humor“ und fragen dann die Bewohner*innen oder Patient*innen, was Sie denn heute gerne zu trinken hätten. Die humorvolle und positive Umdeutung kreiert ein Spielfeld, einen neuen Raum, in den Sie andere Menschen einladen, an dem Spaß teilzuhaben. So wird es möglich, das Tatsächliche für einen Moment zu vergessen, zu entspannen und so ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern.

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