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Fundstücke

Fundstück Nr. 24: Gesundheitsinformation verstehen und anwenden können

Die Corona-Pandemie zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, verständliche Gesundheitsinformation zu erhalten, um für uns selbst und unsere Angehörigen gesundheitsbezogene Entscheidungen treffen zu können. Unter dem Stichwort „Gesundheitskompetenz“ sammeln sich Studien und Initiativen, die Lage für die deutsche Bevölkerung zu verbessern – wir haben Ihnen im Fundstück 18 den Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz vorgestellt. Heute wollen wir Sie auf die im Februar erschienene Folgestudie zur Gesundheitskompetenz in Deutschland hinweisen, die auch einen Vergleich der Gesundheitskompetenz vor und während der Corona-Pandemie enthält.

Zudem hat unsere Kollegin Yvonne Adam an einem Bericht zur Gesundheitskompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund mitgewirkt. Darin zeigt sich, dass türkisch- und russischsprachige Frauen der mittleren Generation sehr versiert sind im Umgang mit Gesundheitsinformation und nicht zuletzt durch ihre doppelte Sprachkompetenz Angehörige im Gesundheitsverhalten und in der Entscheidungsfindung unterstützen. Eine Förderung ihrer Mittlerinnen-Funktion kann die Gesundheitskompetenz der ganzen Familie stärken.

Bericht Studie Gesundheitskompetenz HurrelmannBericht Studie Gesundheitskompetenz YA

 

Fundstück Nr. 23: Pflege Deinen Humor

Vor allem im fordernden Pflegealltag ist eine (selbst-)wertschätzende soziale Humorkultur sehr von Vorteil. Sie stärkt Bewohner*innen, Patient*innen und Kolleg*innen, schenkt Zuversicht und Energie in schwierigen Zeiten und Situationen. Keine Bange, liebe Leser*innen: Eine humorvolle Grundhaltung ist erlernbar! Kultivieren Sie eine spielerische Haltung in der Pflege. Einen erprobten Praxistipp, den wir von einer Teilnehmerin unseres Humorkurses an Sie weitergeben wollen, geht wie folgt: Überkleben sie die Etiketten der Getränkeflaschen mit „Gesundheit“, „Liebe“ und „Humor“ und fragen dann die Bewohner*innen oder Patient*innen, was Sie denn heute gerne zu trinken hätten. Die humorvolle und positive Umdeutung kreiert ein Spielfeld, einen neuen Raum, in den Sie andere Menschen einladen, an dem Spaß teilzuhaben. So wird es möglich, das Tatsächliche für einen Moment zu vergessen, zu entspannen und so ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern.

Fundstück Nr. 22:  Buchtipp "Interkulturelle Gesprächsführung"

Edwin Hoffmann 2020: Interkulturelle Gesprächsführung. Menschen begegnen einander,
nicht Kulturen. Springer. Essentials.

Sie hören in unseren AMIKO-Seminaren oft den Satz „Wir pflegen keine Kulturen, sondern Menschen“ – diese Haltung vertritt auch der niederländische Forscher und Berater Edwin Hoffmann.

Bereits 2015 veröffentlichte er ein umfassendes Werk zur interkulturellen Gesprächsführung, in der er das von ihm entwickelte TOPOI Modell vorstellt. Dieses ist überwiegend auf der Basis der Axiome von Watzlawick entwickelt und bildet kommunikatives Handeln in Situationen ab, die durch kulturelle Unterschiede zwischen den Akteur*innen und durch Fremdheitserfahrungen geprägt sind. War die Publikation von 2015 insbesondere durch die ausführliche theoretische Fundierung und die – sehr empfehlenswerte – kritische Auseinandersetzung mit etablierten Erklärungsansätzen von Kultur eher an die Fachwelt gerichtet, so komprimiert das gerade erschienene, knapp 50 Seiten umfassende Büchlein die wesentlichen Punkte des Modells, versehen mit sehr vielen praktischen Beispielen. Uns hat das umfassende Wissen des Autors und seine empat
hische und wertschätzende Sprache sehr überzeugt!

E.Hoffmann Interkulturelle Gesprächsführung

Fundstück Nr. 21: Was die Ethnologie zu Epidemien zu sagen hat

Die Ethnologie beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Gesellschaften mit Epidemien umgehen. „Corona ist ja nicht die erste Epidemie, es gab zuvor die Vogelgrippe, die Schweinegrippe, EHEC, Ebola“, sagt der Medizinethnologe Prof. Hansjörg Dilger der FU Berlin. In einem Interview mit ZEIT ONLINE erklärt er, was wir aus den Erfahrungen früherer Epidemien lernen können und wie sich wiederholende Muster – etwa das Auftauchen von Verschwörungstheorien – aufdecken lassen. Er warnt vor Kulturalisierungen und will den Umgang mit Epidemien auch im Zusammenhang mit dem Handeln der jeweiligen Staatsregierungen verstanden wissen.

Lesen Sie das Interview unter https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-03/hansjoerg-dilger-coronavirus-kulturelle-unterschiede/komplettansicht

Des Weiteren führt die AG Medical Anthropolog einen Blog unter #WitnessingCorona. Die internationalen Beiträge umfassen theoretische oder ethnographische Artikel zur Corona Pandemie, aber auch persönliche Reflexionen in Form eines „Denk-Stücks“. Sie finden Sie unter https://www.medizinethnologie.net/2020/04/

Bitte bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch die Corona-Zeit.