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Fundstücke

Fundstück Nr. 10: Work-Life-Balance in Tiflis

Beobachtungen vor Ort von Magdalena Stülb


Viele Unternehmen in Deutschland lassen sich heute einiges zur Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden einfallen. An gut ausgebildeten Arbeitskräften mangelt es und so sind Investitionen in "Human Resources“ und den Erhalt der Arbeitskraft wichtige strategische Maßnahmen in Betrieben. In diesen Kontexten wird häufig auf die ausgewogene Work-Life-Balance hingewiesen und diese in Leitbildern verankert.

Doch in welchem Zusammenhang stehen Gesundheit und Work-Life-Balance? Diese Fragen sind Gegenstand unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen. Einig sind sich alle darin, dass es kein universelles Konzept von Gesundheit gibt, sondern dass Gesundheitsvorstellungen immer stark an Lebensbedingungen und an gesellschaftliche und individuelle Werte gekoppelt sind. Ein Aufenthalt in Tiflis hat dies wieder sehr deutlich vor Augen geführt.

Als Hauptstadt Georgiens hat die Stadt sehr radikale und auch rasante Veränderungen in den vergangenen 25 Jahren erlebt. Der Weg von einer Sowjetrepublik zu einem unabhängigen Staat mit funktionierenden Strukturen war und ist ein mühsamer, der nach etlichen wirtschaftlichen Einbrüchen nun langsam Erfolge zeigt. Um über die Runden zu kommen, sind die meisten Menschen hier in mehreren Jobs gleichzeitig tätig. Sie müssen überaus flexibel sein und versuchen, alle Chancen, die sich irgendwo auftun, zu nutzen. Sie müssen spontan, agil und wach sein und immer noch eine Notlösung zur Hand haben, wenn wieder einmal ein Job wegfällt, eine Firma pleitegeht oder Arbeitsplätze reduziert werden. Work-Life-Balance ist in Tiflis nicht das geregelte Verhältnis von Arbeit und Freizeit, vielmehr das Repertoire an Strategien, die ein Überleben ermöglichen. Dazu benötigt man viele Netzwerke wie Familie, Freunde, Kolleginnen und Kollegen. Das eigene Wohlbefinden ist nur in einer stetigen Reziprozität, einem stetigen Geben und Nehmen denkbar - materiell, emotional und sozial. Nur dann kann man gesund bleiben.

Fundstück Nr. 9: "Masuk Angin"

Ein Erfahrungsbericht von Klaus Fuhrmann aus dem AMIKO-Team

So hatte ich mir das nicht vorgestellt – jetzt wo ich gerade erst in Indonesien angekommen bin. Halsschmerzen, Schnupfen und Gliederschmerzen. Vielleicht wegen der Klimaanlage im Flugzeug? Schön, dass ich jetzt wenigstens gut aufgehoben bin bei einer indonesischen Familie, die ich seit meinem Studium in Yogyakarta kenne.

Die Diagnose ist schnell klar: Ich habe „Masuk Angin“ – „Wind ist in mich hineingetreten“. Frau Norobangun bittet mich, dass ich mich auf den Bauch lege. Daraufhin holt sie ein stark duftendes Öl und reibt es auf meinem Rücken ein. Nun nimmt sie eine Münze und reibt damit an Wirbelsäule und Rippenbögen immer wieder in die gleiche Richtung. Schmerzhaft ist das. Als sie fertig ist, sieht mein Rücken deutlich verändert aus. Das Muster auf meinem Rücken ähnelt einem roten Baum.

210

Kurze Zeit später hören wir ein lautes rhythmisches Fahrradklingeln auf der Straße. Ein eindeutiges Zeichen. Eine ältere Frau, die Jamu (indonesische Kräutermedizin) verkauft, ist in der Nachbarschaft unterwegs. Viele Flaschen hat sie dabei – mit selbst zubereiteten bräunlich-gelben Heiltränken. Nach der Schilderung meiner Beschwerden nimmt sie drei davon heraus und mischt sie zusammen. Zur Geschmacksverbesserung gibt sie noch ein Ei und etwas Honig mit hinein.

Am nächsten Morgen fühle ich mich wie neu geboren – „die Winde haben meinen Körper verlassen".

Fundstück Nr. 8: The Danger of a Single Story

Unser Fundstück im Mai ist ein Vortrag der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie aus dem Jahr 2009 mit dem Titel "The Danger of a Single Story". Auf humorvolle und anschaulichen  Weise illustriert sie anhand zahlreicher autobiographischer Beispiele herrvorragend die Problematik des Stereotypisierens wie wir sie auch in unseren Seminaren und Workshops im Rahmen des des Konzepts Transkultureller Kompetenz vermitteln. Dabei macht sie deutlich, dass jedes Individuum eine Vielzahl von Geschichten in sich trägt und die Reduktion auf eine einzige den Menschen nicht in seiner Ganzheit wahrnimmt.  Ein Vortrag, den man in Erinnerung behält!

 

 

 

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Fundstück Nr. 7: Vielfalt-Mediathek

Sie suchen Informationen und Materialien zu Rechtsextremismus, Rassismus, Flucht und Asyl oder zum Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft?

Die Vielfalt-Mediathek bietet ein tolles Angebot für den schulischen und außerschulischen Bildungsbereich und für alle Interessierte: Die über 2300 Print- und audiovisuellen Medien können kostenlos ausgeliehen oder heruntergeladen werden.

Erstellt wurde das Internetportal in einem Gemeinschaftsprojekt des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit (IDA) e. V. und dem DGB Bildungswerk. Die Publikationen beruhen, wie die Vielfalt-Mediathek selbst, auf der Förderung durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" oder die entsprechenden Vorgängerprogramme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wir haben uns gleich für den Newsletter angemeldet und sind schon gespannt, was der nächste enthält. Der Themenschwerpunkt der ersten Ausgabe (2017-1) ist „Antimuslimischer Rassismus“.

Gerne empfehlen wir den Link weiter:

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