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Fundstücke

Fundstück Nr. 4: Eine Steppenrauten-Kette aus dem Kaukasus

von Magdalena Stülb

Spannende Dinge findet man nicht nur im Internet! Auch in der analogen Welt gibt es Vieles zu entdecken. Aber sogar wir Ethnologinnen und Ethnologen müssen uns manchmal daran erinnern.

Unser Fundstück des Monats stammt aus Aserbaidschan. Nach einem Besuch des Khan Palastes in Sheki begegnete mir auf dem Weg zurück in die Stadt eine alte Frau. Mit ihrem bunten Kopftuch über dem braun gebrannten Gesicht, ihrem langen, rot gemusterten, kittelähnlichen Kleid und den dicken Wollsocken sieht sie aus, als käme sie direkt vom Feld. Sie hat eine Handvoll Samenketten über den Arm gestreift: sorgsam aufgereihte Samenkapseln der Steppenraute, die sie für wenige Qəpik zum Kauf anbietet. Die Kapseln seien gut für die Gesundheit, übersetzt mir Asif, ein Freund. Sie halten alles Böse fern, insbesondere Neid und bringen Glück. Man trägt sie als Kette oder stellt einen Strauß davon ins Haus. Die Frau bekräftigt die Übersetzungen gestenreich. Sie weiß das aus Erfahrung, diese Kapseln finden sich in jedem Haushalt. Ich kaufe eine Kette und bin zuversichtlich.

Diesmal ohne Link! Man muss sich schon selbst auf die Reise begeben!

Fundstück Nr. 3: E-Learning-Programm "Transkulturelle Kompetenz"

Unser Fundstück für den Monat September ist das E-Learning-Programm „Transkulturelle Kompetenz“ des Schweizerischen Roten Kreuzes. Dieses Programm hat es sich zum Ziel gesetzt, die Grundlagen für ein transkulturell kompetentes Handeln im beruflichen Umgang zu vermitteln. Dazu bietet es hilfreiche Leitfäden für die Gesprächsführung und die transkulturelle Anamnese.
Weiterführende Texte und Literaturhinweise dienen der selbstständigen Vertiefung des Gelernten. Das Programm „Transkulturelle Kompetenz“ richtet sich ausdrücklich an Pflegefachpersonen, ist jedoch grundsätzlich für alle im Gesundheitsbereich arbeitenden Fachkräfte geeignet, um sich einen ersten Überblick über den Themenbereich zu verschaffen. Eine an der alltäglichen Praxis ausgerichtete Schulung in Transkultureller Kompetenz kann ein solches E-Learning Programm jedoch nicht ersetzen.

Sie  finden das Programm unter folgendem Link:
https://www.redcross.ch/de/elearnings19px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 2: Zanzu – Mein Körper in Wort und Bild

Als zweites Fundstück möchten wir das Onlineportal Zanzu vorstellen, welches in 13 verschiedenen Sprachen einfach und anschaulich Informationen rund um das Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit bereitstellt. Angesprochen werden die Bereiche Schwangerschaft und Geburt, Verhütung, HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen, Sexualität und Beziehungen, Rechte und Gesetze in Deutschland sowie Hilfe- und Beratungsstrukturen. Das Portal richtet sich vor allem an Migrantinnen und Migranten mit geringen Deutschkenntnissen und einem entsprechenden Wissensbedarf. Zansu stellt aber auch eine Arbeitshilfe für medizinisches Fachpersonal und Beratungsstellen dar, indem es die Kommunikation erleichtert und damit den Zugang zur Gesundheitsversorgung unterstützt. Entwickelt wurde die im Februar 2016 gestartete Internet-Plattform von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit der belgischen Nichtregierungsorganisation Sensoa.

Aus unserer Sicht verfügt das Online-Portal über ein großes Potential. Nach Tipp Doc und anderen Bild- und Piktogramm-Kommunikationshilfen wird mit Zanzu eine enorme Zugangsbarriere zu Gesundheitsinformationen und zu unserem Gesundheitssystem beseitigt.

Sie finden die Seite unter: www.zanzu.de19px VisualEditor Icon External link formatiert

Fundstück Nr. 1: Das tip doc Gesundheitsheft für Asylbewerbende

Unser erstes „Fundstück“ ist das tip doc Gesundheitsheft für Asylbewerbende von Christina Heiligensetzer. Es beinhaltet Arbeitsblätter mit Bildern in den Sprachen Albanisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi/Dari, Französisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Tigrinya und Urdu. Wie wir es von anderen tip doc Exemplaren (vgl. Bild und Sprache e.V., www.medi-bild.de) und Ohne-Wörter-Wörterbüchern schon kennen, sind vor allem die Bilder goldwert, um klare Informationen zu vermitteln. Warum nicht auch mal mit deutschsprachigen Kindern ausprobieren, die nicht wissen, was beispielsweise bei einer Impfung passiert?

Die kostenlose pdf-Version finden Sie hier zum Download:
www.medi-bild.de/pdf/asyl/Gesundheitsheft_Asyl.pdf19px VisualEditor Icon External link formatiert

Gedruckte Exemplare gibt es hier zum Bestellen: www.setzer-verlag.com19px VisualEditor Icon External link formatiert

Viel Erfolg und auch Vergnügen damit!